St. Michaelis im Sommer - OstansichtDas Gemeindezentrum St. Michaelis Diepholz wurde in den Jahren 1961-63 im südwestlichen Teil der Stadt Diepholz nach Plänen des Osnabrücker Architekten Werner Johannsen gebaut. Durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen und die Wiederbelegung des Flugplatzes 1956 war im Südwesten der Stadt ein neuer Ortsteil entstanden. Aus der Gebäudegruppe wächst wie ein in den Himmel weisender Finger der 36 m hohe Kirchturm empor.

 

In der Glockenstube hängt ein großes Geläut mit fünf Bronzeglocken. Die größte 800 kg schwere Glocke trägt auf ihrer Flanke das Symbol der Kirche, den Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen.

Zum Gemeindezentrum gehören ein großer Gemeindesaal, der Konfirmandenraum, die Räume der Gemeindebücherei, eine modern ausgestattete Küche, das Gemeindebüro, Jugendräume im Keller und der Anbau des Kindergartens. Die beiden Wohnungen im Gemeindezentrum werden heute größtenteils für die Gemeindearbeit und kirchliche Dienste genutzt. Seit 2002 befindet sich im Kirchenvorraum ein Anbau mit einer behindertengerechten Toilettenanlage.

Geistlicher Mittelpunkt des Gemeindezentrums ist der Kirchenraum, der mit modernen Techniken den Stil einer antiken römischen Basilika aufgreift. Er wird beherrscht von der Altarrückwand an der Ostseite. Sie ist in ihrer ganzen Fläche mit Marmorstücken belegt. So verschieden wie die Menschen, die sich hier versammeln, sind auch diese Marmorstücke: Groß und klein sind zusammengefügt, glatt und rauh, eben und zerfurcht und gewellt. Alle wirken in ihrer Eigenartigkeit und Farbigkeit oder auch Unscheinbarkeit zusammen. Alle wirken zusammen zum Lobe Gottes, keiner ist überflüssig, auch die nicht, die Risse aufweisen. Vor der Altarrückwand erhebt sich das Altarkreuz des Gold- und Silberschmiedes Hermann Jünger/München über einem massigen Altar aus schwarzem Marmor.

Besondere Sorgfalt wurde auf die Lichtführung der Kirche verwandt. Aus dem dunklen Kirchenvorraum tritt man in die Kirche, wo alles Licht zum Altar weist. Die hochgelegenen Lichtbänder und ein an der Südseite eingebautes Betonwabenfenster mit schräggestellten Scheiben lenken zum Altar hin. Freunde von Zahlensymbolik können im Laufe eines Gottesdienstes oder eines Konzertes eine Vielzahl von Symbolen des Glaubens in der ansonsten bilderarmen Kirche entdecken.

Zur Nordseite hin befindet sich eine Taufkapelle, nördlich vom Altarraum auf einer Empore die Orgel, gebaut 1971 von der Firma Hildebrand (zwei Manuale, Pedal, 20 Register).